Im Vorstellungsgespräch möchte das Unternehmen einen Eindruck von dir bekommen und dich kennenlernen. Passt du fachlich und menschlich in das Team? Sind die in der Bewerbung, also im Anschreiben und im Lebenslauf angegebenen Inhalte wahrheitsgetreu? Im Bewerbungsgespräch wollen die Personaler dir genau auf den Zahn fühlen und stellen dabei auch Fragen, die teilweise echt unangenehm sein können. Der Eindruck den du bei diesen Fragen hinterlässt, ist meist entscheidend ob du überzeugen kannst und bald einen neuen Arbeitgeber hast. Wir geben dir Hinweise und Tipps, wie du deine Stärken ausspielst, denn vieles dreht sich im Bewerbungsgespräch um Selbstpräsentation.

Eines gilt immer: Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch ist einfach alles! Alle Tipps gelten natürlich auch für ein Telefoninterview.

Wie bereite ich mich vor?

Personaler versuchen durch Stresssituationen herauszufinden, ob die Angaben des Kandidaten in Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnis der Wahrheit entsprechen. Aber auf diese Stresssituationen kannst du dich vorbereiten. Als ersten Schritt solltest du dir bewusst sein, dass der Personaler durch dominantes und freundschaftliches Auftreten oder Smalltalk versucht, Fehler und Schwächen zu provozieren. Nervosität ist in diesen Momenten normal und wird nicht negativ ausgelegt. Überzeuge deinen Gesprächspartner von deinen Fähigkeiten. Zur Vorbereitung solltest du dir zuerst deinen eigenen Lebenslauf und dein Anschreiben anschauen. Gibt es Ungereimtheiten oder offene Fragen? Hast du in deinem Anschreiben etwas gemogelt oder ausgeschmückt? Kein Problem! Wenn du Fehler jetzt entdeckst, findest du auch noch gute Antworten auf die Fragen, die kommen könnten. Hast du in einem Arbeitszeugnis schwächere Bewertungen erhalten? Noch lang kein Problem!

Wenn du deine Bewerbungsunterlagen analysiert hast, solltest du dir einen Gesprächspartner suchen, mit dem du das Vorstellungsgespräch durchspielst. Nimm im Idealfall eine Person, die dir Verbesserungsvorschläge auch offen sagt und die auch harte Fragen stellt. Achte dabei auf deine Körpersprache und ehrliche Selbstpräsentation.

Bereite dich auf das Unternehmen vor. Wikipedia, Xing und Kununu sind gute Adressen um Informationen zu erhalten. Die Interviews auf Jobgurus.de stammen von echten Mitarbeitern aus Unternehmen, sind herrlich ehrlich und helfen dir daher garantiert in der Vorbereitung!

Fragetypen im Vorstellungsgespräch

Personaler haben unzählige Fragen, mit denen sie dich im Bewerbungsgespräch aus der Reserve locken. Einige Typen von Fragen stellen wir dir hier vor:

  • Stressfragen
  • Persönlichkeitsfragen
  • Fragen nach der Motivation
  • Fangfragen
  • Brainteaser
  • Fachfragen
  • Unerlaubte Fragen

Stressfragen: Bei Stressfragen versucht dich der Personaler gezielt unter Stress zu setzen und deine Nervosität zu nutzen. Hier ist es besonders wichtig, dass du deine gesamte Bewerbung mit deinem Lebenslauf und deinem Anschreiben bis ins kleinste Detail kennst. Hast du dein Studium nach drei Semestern abgebrochen, dann hast du dafür sicher eine sehr gute Begründung parat ohne nervös zu werden. Du warst nun bereits zwei Jahre Junior und der Personaler will wissen warum? Mit Sicherheit gibt es hierfür eine plausible Erklärung, die dir keine Schweißperlen im Vorstellungsgespräch auf die Stirn treiben sollte.

Persönlichkeitsfragen: Hier möchte das Unternehmen mehr über dich und deinen Charakter erfahren. Im Vorstellungsgespräch ist das viel einfacher als schriftlich. Bereite dich auf Fragen zu deinen Hobbies, deinen Vorlieben und manchmal auch zu deinem privaten Umfeld vor.

Fragen nach deiner Motivation: Dies ist eine einfache Kategorie für dich! Warum bewirbst du dich in dem Unternehmen und was motiviert dich daran. Überzeuge den Personaler, dass der Job bei dem Unternehmen dein Traumjob ist. Easy! Solltest du Input und Insight brauchen, kein Problem: Unsere Interviews mit den Jobgurus zeigen dir, was ein Unternehmen bietet, wie das Arbeitsklima und die Unternehmenskultur sind. Schau einfach vorbei.

Fachfragen: Auch hier kannst du ganz einfach punkten. Sprich offen über deine fachlichen Stärken und auch Schwächen. Erwecke den Eindruck dass du tiefes Wissen auf deinem Gebiet hast. Für diesen Fragentyp ist es am einfachsten, sich vorzubereiten.

Fangfragen: Diese Fragen haben es in sich. Hier versucht das Unternehmen dich richtig auf die Probe zu stellen. Fragen klingen wie Smalltalk aber dahinter hat der Personaler klare Absichten. Ein Beispiel ist die beliebte Frage, was du an deinem bisherigen Chef überhaupt nicht magst. Die Antwort sollte eine deutliche Stellung deinerseits offenbaren, aber keinesfalls deinen Chef in einem schlechten Licht dastehen lassen. Kein Unternehmen mag Bewerber, die sich negativ über das alte Unternehmen äußern.

Brainteaser: Brainteaser oder Schätzfragen verlangen einiges von dir ab. Hier kannst du dich auf Standardfragen vorbereiten, aber da es tausende Varianten gibt, solltest du sie auf dich zukommen lassen. Hier ist es eher unüblich, nicht nervös zu werden. Ein Klassiker ist: Wieso sind Gullideckel rund? Die Antwort kurz am Rande: Damit der Gulli nie ins Loch fallen kann. Ziemlich knifflig, oder? Entscheidend ist bei dieser Art von Frage, wie du an die Frage herangehst. Dies ist besonders einfach bei Schätzfragen zu erläutern: Wie viele Kinder sind in Deutschland letzten Monat geboren worden? Ein Vorgehen ist beispielsweise: Deutschland hat etwa 82 Mio. Einwohner, wobei die Hälfte der Einwohner weiblich sind. Von diesen 41 Mio. sind ca. ein viertel im gebärfähigem Alter. Von diesen möchten vielleicht 10 % momentan Kinder pro Jahr. Das sind 1 Mio. Kinder pro Jahr, also rund 85.000 Kinder im letzten Monat. Sprich diese Herangehensweise laut aus, damit der Personaler es nachvollziehen kann.

Unerlaubte Fragen: Es gibt auch Fragen, die im Bewerbungsgespräch nicht erlaubt sind: Es darf dich niemand fragen, ob du schwanger bist oder in einer politischen Partei tätig bist. Sollte diese Frage gestellt werden, darfst du offiziell lügen.

Die 5 wichtigsten Fragen

  • Was sind deine Stärken und Schwächen?

Ein Klassiker: Schwächen als Stärken aussehen lassen ist hier übrigens nicht die richtige Wahl für dich! Sei einfach ehrlich, aber nimm auf keinen Fall so krasse Schwächen, dass sie ein Ausschlusskriterium darstellen könnten.

  • Was sind deine größten Erfolge und Niederlage in der kürzeren Vergangenheit (beruflich und privat)?

Hier bist du völlig frei in der Antwort und solltest mit etwas Vorbereitung genug im Repertoire haben.

  • Was hat dich bei deinem alten Arbeitgeber motiviert und demotiviert?

Diese Frage sagt viel über dich aus. Hier hören Personaler im Vorstellungsgespräch genau hin. Sei offen, aber nicht zu offen.

  • Was mochtest du an deinem bisherigen Vorgesetzten sehr und gar nicht bzw. wie hat er dich am besten motiviert?

Auch wenn dein ehemaliger Chef keinesfalls dein Freund war. Jeder hat gute Eigenschaften. Stelle diese heraus und nenne auch ein paar negative Punkte. Halte dich aber zurück und rede nicht zu negativ.

  • Erzähle uns von deinen letzten Konflikten mit Kollegen. Wie hast du diese gelöst?

Hier wirst du sicherlich was finden. Zur Not hat ein Kollege das Problem aus deiner Sicht erfolgreich gelöst. Erwecke den Eindruck als ob du dieser Kollege warst.

Wie verkaufe ich mich am besten im Vorstellungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch solltest du einen souveränen Eindruck machen. Konzentriere und entspanne dich und zeig dies deinem Gesprächspartner bzw. Personaler durch deine Körpersprache. Aber das Wichtigste ist und bleibt: Zeige deine Motivation für die Stelle! Im Idealfall hast du Insights zum Unternehmen oder der ausgeschriebenen Stelle und deren Anforderungen. Diese motivieren dich selbstverständlich besonders. Insights bekommst du von (ehemaligen) Mitarbeitern, Xing, Kununu, oder von den Interviews auf Jobgurus.de