Wenn die Eltern bei der Arbeit sind, kümmern sich Erzieher und Erzieherinnen um die Kinder. Dabei muss ein Erzieher oder eine Erzieherin große Verantwortung übernehmen, denn Eltern vertrauen ihnen das Wichtigste an: Ihre Kleinkinder oder Kinder im Alter bis sechs Jahre. Im Kindergarten, der Kita oder im Hort werden aktuell rund 9 Kinder von einer Erzieherin oder einem Erzieher betreut. Dabei muss die Erzieherin immer aufmerksam sein. Orte in denen Erzieher tätig werden, sind

  • Kindergärten sowie Kindertagesstätten
  • Schulen oder Kindergärten für behinderte Kinder
  • Kinderkrippen und Horte
  • Kinderheime
  • Jugendzentren
  • Beratungsstellen für überforderte Familien

Nach einem kurzen Einblick, wie viel Gehalt dich eigentlich glücklich macht, erfährst du in diesem Artikel, was eigentlich Erzieher und Erzieherinnen verdienen.

Wie viel Gehalt macht uns glücklich?

Diese Frage wollen wir vorab klären. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass neben dem Gehalt auch die Work-Life-Balance, also das Verhältnis der Arbeit und zu deinem Privatleben eine entscheidende Rolle spielt. Viele Menschen arbeiten lieber 40 Stunden pro Woche für etwas weniger Gehalt, als Menschen mit 60 Stunden für deutlich mehr Gehalt. Häufig ist das Arbeitsumfeld wichtiger als das reine Gehalt. Aber wie viel Geld macht denn nun glücklich? Hier gibt es Studien zufolge ziemlich genaue Zahlen. Alle Gehaltserhöhungen bis 60.000 Euro sorgen für einen wahren Freudensprung. Hast du die 60.000 Euro einmal überschritten, freust du dich kaum noch über Gehaltserhöhungen nach Gehaltsverhandlungen. Woran das liegt? An dem sogenannten abnehmenden Grenznutzen. Bedeutet stark vereinfacht: In der Regel musst du für jeden Euro auch irgendwas mehr bei der Arbeit machen und dafür Freizeit aufgeben. Ab einem bestimmten Gehalt bist du hierfür immer weniger bereit, weil du bereits gut verdienst aber kaum noch Freizeit hast. Soweit so gut, aber was bringt dir das nun? Sieh es doch ganz einfach so: Du startest vielleicht nicht mit deinem Traumgehalt, aber jede Gehaltssteigerung macht dich deutlich glücklicher, als es bei besser betuchten Arbeitnehmern der Fall ist. Frei nach dem Motto: Sie es doch mal positiv! Und genau das ist ein Merkmal von Erziehern!

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die schulische Aus- oder Weiterbildung von Erzieherinnen und Erzieher, früher auch als Kindergärtnerin bezeichnet, findet in zwei bzw. drei Jahren, an Fachschulen, Berufskollegs, Berufsfachschulen und anderen Bildungseinrichtungen statt. Anschließend absolvierst du ein einjähriges Praktikum. In deiner schulischen Ausbildung wirst du nicht vergütet, in der anschließenden Praktikumszeit hingegen erhältst du rund 1.500 Euro brutto monatlich. Grundsätzlich gilt als Erzieher wie in jedem Job: Je besser die beruflichen Kenntnisse sind, je besser sind die Aussichten, ein gutes Einstiegsgehalt zu erzielen. Praktika, soziales Jahr, soziales Engagement usw. sind gute Voraussetzungen für einen guten Start in den Job. Aber das wichtigste Argument ist dein Abschluss aus der schulischen Ausbildung. Mit einem sehr guten Abschluss sind deine Jobaussichten naturgemäß deutlich besser, weshalb du dich um gute Noten bemühen solltest.

Erzieher Kindergarten

Welche Kernkompetenzen sind gefragt?

Als Erzieherin musst du um Kinder kümmern, was ein extrem gutes Einfühlungsvermögen und viel Geduld voraussetzt. Diese Fähigkeit solltest du auch bei deinem Berufseinstieg zeigen. Du kümmerst dich in der Regel um rund 9 Kinder alleine – dies setzt eine große Stressresistenz voraus. Die wichtigste Kompetenz ist deine Sozialkompetenz.

Tarifvertrag und Arbeitszeiten

Kommen wir nun zu dem Kernthema dieses Artikels: Was du als Erzieherin oder Erzieher verdienst. Wenn du bei einer öffentlichen Einrichtung tätig bist, wirst du nach dem TVöD-SuE vergütet und erhältst als Berufseinsteiger die Entgeltgruppe S6 oder S8. Dies entspricht rund 2.500 Euro brutto. Häufig herrscht Tarifbindung. Insgesamt teilen sich die Entgeltgruppen von S1 bis S18 auf. Den TVöD-SuE kannst du auch immer aktuell im Internet nachlesen. Solltest du bei einem privaten Träger starten, ist die die Bezahlung nicht offiziell geregelt und kann sich auch am TV-AVH u. a. richten. Häufig ist das Gehalt bei privaten Trägerschaften ein wenig geringer als bei öffentlichen Trägern. Kirchliche Träger orientieren sich fast ausnahmslos am TVöD-SuE.

Neben der Einteilung in die Entgeltgruppen, die sich nach deiner Qualifikation richtet, teilt sich jede Entgeltgruppe noch in Stufen 1 bis 6. Du beginnst in der Regel bei 1 und steigst dann automatisch mit den Berufsjahren auf. Bist du am Ende der Stufen angelangt, liegt deine Vergütung zwischen 3.400 und 3.900 Euro brutto in der Tarifgruppe S6 oder S8.

Deine wöchentliche Arbeitszeit beträgt in der Regel 39 bis 40 Stunden, wodurch deine erwähnte Work-Life-Balance nicht zu sehr belastet wird.

Sonderzahlungen neben dem Gehalt

Neben dem reinen Gehalt spielen auch immer Sonderleistungen und -zahlungen eine entscheidende Rolle. Möglicherweise kannst du verhandeln, einen Zuschuss zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erhalten, einen Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge oder einen anderen geldwerten Vorteil. Auch Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld sind häufig im Gehaltspaket enthalten.

Aufstiegsmöglichkeiten

Auch als Erzieherin oder Erzieher kannst du beruflich aufsteigen und somit auch deine Gehaltaussichten verbessern. Fortbildungen sind nur eine Möglichkeit, hier voran zu kommen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kannst du eine eigene Gruppe leiten und Verantwortung übernehmen. Somit steigst du auch in der Entgeltgruppe auf.

Eine herausfordernde Möglichkeit ist ein Studium in Vollzeit oder neben dem Beruf (berufsbegleitend). Erzielst du hier erfolgreich einen Bachelor- oder gar Masterabschluss, kannst du perspektivisch auch einen Kindergarten oder eine Kita leiten. Dann ist ein Gehalt von bis zu 5.800 Euro monatlich möglich. Somit bestehen für dich beste Aussichten, in der Zukunft voll durchzustarten.

Was du auch beachten solltest ist, dass Erzieher und Erzieherinnen einer der am stärksten gesuchten Berufen ist. Deine Jobaussichten sind somit grandios.

Erzieher Kinderbetreuung

Gehaltsverhandlung

Gehaltsverhandlungen sind immer einfacher zu führen, wenn man entsprechende Berufserfahrung mitbringt. Hast du zum Start bereits Praktika absolviert und engagierst die sozial, kann dies in den Gehaltsverhandlungen in deiner Bewerbung positiv gewertet werden. Und auch wenn du schon einige Jahre im Job tätig bist und dich bewiesen hast, solltest du dich um eine Gehaltserhöhung bemühen. Hast du Schulungen und Fortbildungen besucht, leitest eine Gruppe oder übernimmst administrative Aufgaben, sind dies gute Voraussetzungen für deine Verhandlungen. Ausführliche Informationen zur Gehaltsverhandlung erhältst du in unserem Artikel.