Jan Henri Kalinowski “Henni” ist Gründer von ChefTreff, selbst noch Student an der Universität Hamburg und vertreibt nebenher Nahrungsergänzungsmittel über das Internet. Wir haben mit Henni darüber gesprochen, wie er diesen Spagat meistert! 

Du bist Gründer von ChefTreff, vertreibst Nahrungsergänzungsmittel und studierst dabei selbst noch – stell uns doch einmal kurz Dich und deine Projekte vor, Henni!

Moin Moin! Sehr gerne erzähle ich etwas von den Projekten an denen ich arbeite und was ich sonst noch so treibe. Kurz zu mir: aktuell studiere ich im 5. Semester BWL an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Statistik. Warum Statistik? Ich glaube analytische Fähigkeiten werden in einer datengetriebenen Wirtschaft mehr und mehr gefordert. Nebenbei haben wir vor zehn Monaten die Eventreihe ChefTreff gegründet. Das Ganze kam aus dem Impuls heraus, dass Studenten und junge Menschen Orientierung und Inspiration suchen. Mittlerweile gehören wir mit ChefTreff zu den größten von Studenten organisierten Events in Deutschland. Des Weiteren baue ich ein Startup mit dem Ziel auf, Fitness Food und Supplements besser verständlich und zugänglich zu machen. Das Ganze lässt sich mit Outfittery vergleichen. Wir lernen Dich online kennen und erstellen daraufhin eine potenzielle Produktauswahl. Diese bekommst du nach Hause zum Probieren und Testen. Abschließend kann ich noch erzählen, dass ich den European Sport Tech Award seit knapp 2 Monaten leite und aufbaue. Die Tage sind lang, aber es macht wahnsinnig viel Spaß!

“Ich glaube analytische Fähigkeiten werden in einer datengetriebenen Wirtschaft mehr und mehr gefordert.”

Du bist der Prototyp eines engagierten Studenten. Wann und wie bist du auf die Idee zu ChefTreff gekommen? Was ist deine Motivation?

Ob ich der Prototyp bin weiß ich nicht bzw. nehme ich gar nicht so war. Es ist mehr Selbsthilfe für mich. Ich versuche die Angebote oder Produkte zu kreieren, auf die ich Bock hätte, es aber in der Form nicht gibt. Die Idee zu ChefTreff kam im Herbst 2017 gemeinsam mit Lilly Wittrock. Dabei spielten einige Faktoren eine Rolle: Mangelndes Angebot an der UHH (Universität Hamburg, Anm. die. Red.) , das Interesse an spannenden Persönlichkeiten und der Austausch mit Gleichgesinnten – genau das wollen wir mit ChefTreff anbieten. 

Die erste ChefTreff-Veranstaltung war direkt ein großer Erfolg! Auf welchen Kanälen funktioniert ChefTreff am besten? Woher bekommt ihr am meisten Traffic?

Die erste Veranstaltung war tatsächlich direkt ein großer Erfolg. Wir hatten beim ersten Ausgabe von ChefTreff ca. 300 Teilnehmer und schon 6 Monate später über 850. Das konnten wir selber kaum glauben. Warum das ganze funktionierte und so viele kamen? Die Leute haben ihren Freunden davon erzählt und die wiederum ihren. Unsere Marketingausgaben lagen in Summe bei vermutlich nicht einmal 300€.

Du bist selbst bald mit deinem Studium fertig – erzähle uns doch einmal kurz wie es für Dich und ChefTreff in den nächsten Jahren weitergehen wird!

Das ist eine gute Frage, die ich selber gar nicht beantworten kann. Momentan gibt es viele spannende Dinge und jede Woche passiert etwas Neues!

Uni, ChefTreff und weitere Projekte: Wie sieht ein normaler Tag in Deinem Leben aus?

Jetzt klingt das schon wieder so vorbildlich und strebsam, ist aber eigentlich super hilfreich: Ich stehe morgens zwischen 6 und 7 Uhr auf und gehe zum Sport. Im Anschluss geht es schnell in die Uni mit dem Brötchen während der Fahrt. Gegen Mittag fahre ich dann ins Büro, vereinbare Termine und kümmere mich um operative Tätigkeiten. Der Tag endet meist so gegen 20 bis 21 Uhr. Ziel ist es immer, um 22 Uhr im Bett zu sein. Das klappt aber leider nicht immer.

Das ChefTreff Team besteht inzwischen aus mehreren Leuten – worauf hast du in der Auswahl geachtet und welche Eigenschaften sind für Dich besonders wichtig, um erfolgreich zusammenzuarbeiten?

Für mich sind unterschiedliche Charaktere sehr wichtig. Wir brauchen dominate Charaktere mit größerem Ego, die sofort starten wollen, aber auch analytische Personen, die stets alles hinterfragen. Ich würde nicht versuchen mit dem besten Freund zu gründen. Das kann schnell schief gehen und ist schwer zu trennen. Aber am Ende des Tages gibt es eine wichtige Regel für mich: Arbeite nur mit den Personen zusammen, mit denen du Dich verstehst und Lust hast, Zeit zu verbringen.

“Für mich sind unterschiedliche Charaktere sehr wichtig. Wir brauchen dominate Charaktere mit größerem Ego, die sofort starten wollen, aber auch analytische Personen, die stets alles hinterfragen.”

Selbständigkeit heißt oft Höhen und Tiefen: Was war dein schönster bzw. schwierigster Moment mit ChefTreff? Was sind Dinge du nie vergessen wirst?

Der Schwierigste: Die stetige Ungewissheit, ob genug Leute kommen und das Ganze überhaupt ankommt. Das war eine Wette ins Leere. Der Schönste: Als eine Mutter nach dem Event zu uns kam und sich bedankte, dass ihre Tochter durch ChefTreff neue Sichtweisen und Ehrgeiz entwickelt hatte. Das hatte eine Tragweite, mit der ich nicht gerechnet hätte. Außerdem war es toll mit dem ganzen Team auf der Bühne zu stehen! Ohne die wäre das nicht möglich!

Zum Schluss: Selbstständigkeit und Studium zu vereinen ist sicher nicht leicht! Wie stellst du sicher, dass nichts auf der Strecke bleibt?

Ich musste mich entscheiden: Gute Noten oder persönliche Reife und Erfahrung. Beides zu 100% zu erfüllen ist quasi unmöglich. Außer du brauchst keinen Schlaf. Ich empfinde das Studium aber als sehr sehr wichtig und versuche alles mitzunehmen was geht. Bloß die 1,0 hat halt nicht oberste Priorität!