Wenn ihr euch dem Ende des Studiums nähert oder bereits erfolgreich das Studium beendet habt, stellt sich die Frage nach einem Direkteinstieg oder einem Traineeprogramm für den Berufsstart. Hier erfährst du als Berufseinsteiger den Unterschied sowie die Vor- und Nachteile beider Varianten für dich.

Was ist ein Traineeprogramm?

Ein Traineeprogramm oder auch Traineeship kann wie eine Art Ausbildung betrachtet werden. Sie ist auf einen bestimmten Zeitraum, häufig 18 – 24 Monate, ausgelegt. Ein Traineeprogramm ist häufig allgemein und wenig spezialisiert ausgerichtet, damit du dich als Berufseinsteiger erstmal orientieren kannst, was dir gefällt oder was eher nicht. Innerhalb des Programms durchläufst du in der Regel verschiedene Abteilungen im Unternehmen und erfährst am besten, wo du nach dem Traineeship im Idealfall einsteigen möchtest. Häufig hast du als Trainee einen individuellen Ansprechpartner, der dir fachlich und beruflich weiterhilft. Traineeprogramme werden häufig in den Wirtschaftswissenschaften fürs Management, aber mit steigender Tendenz auch in den Bereichen der MINT-Fächer für Ingenieure, Informatiker, Mathematiker, Biologen usw. angeboten. Programme richten sich sowohl an Bachelorabsolventen sowie an Masterabsolventen.

Durch die Job-Rotation wirst du als Generalist ausgebildet und baust dir national sowie im Bestfall international ein firmenübergreifendes Netzwerk auf. Machst du einen Trainee in einem speziellen Fachbereich mit Rotationen nur in diesem Bereich, baust du dir starkes Fachwissen auf. Im Anschluss an ein Traineeprogramm werden Sie als Führungskraft oder Spezialist eingesetzt und sind für das Unternehmen von großem Wert.

Was ist ein Direkteinstieg als Junior?

Als Direkteinsteiger beginnst du in einem festen Team und sollst für eine spezielle Fachtätigkeit ausgebildet werden. Du wechselst, anders als beim Trainee, nicht oder sehr selten den Arbeitsplatz, um dich nach einer mittelfristigen Einarbeitungszeit als Fachkraft etablieren zu können. Als Direkteinsteiger bekommst du häufig einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Bezeichnung Junior im Jobtitel zeigt dabei deinen Kollegen, aber auch nach extern, dass du noch Berufsanfänger bist und einiges zu lernen hast. So werden dir Fehler oder Unwissenheit schneller verziehen und gehören sogar dazu – ansonsten wärst du eben kein Junior. Nach einem festgelegten Zeitraum oder nach Erreichen eines bestimmten und festgelegten Ziels, wird dir der Junior in der Regel aus dem Jobtitel gestrichen. Manchmal wirst du auch direkt zum Senior. Wie lang es vom Junior zum Senior dauert? Diese Frage ist nicht generell zu beantworten. Häufig wird der Junior nach etwa zwei Jahren gestrichen und nach weiteren Erfolgen im Job, wirst du nach wenigen weiteren Jahren zum Senior ernannt.

Gehaltsunterschiede zwischen Junior und Trainee

Häufig steigst du als Trainee mit einem geringeren Gehalt ein, als es beim Direkteinstieg als Junior der Fall ist. Das Einstiegsgehalt eines Trainees liegt bei etwa 40.000 Euro im Jahr und das von Junioren bei etwa 43.000 Euro. Beide Angaben variieren sehr stark von Unternehmensgröße und Branche. Auf den ersten Blick scheint ein Direkteinstieg die bessere Wahl zu sein, doch bedenke: In einen Trainee investiert das Unternehmen viel Geld. Gehaltsanstiege nach dem Trainee sind fast Standard und häufig liegen Traineeabsolventen dann als Führungskraft deutlich über den Direkteinsteigern. Außerdem steigt das Gehalt manchmal nach einigen Monaten im Trainee automatisch.

Aufstiegschancen und Karriereaussichten

Als Junior bekommst du häufig einen unbefristeten Arbeitsvertrag und wirst stetig weiter zur Fachkraft durch Learning-on-the-Job ausgebildet. Wann du hingegen beruflich aufsteigst, verhandelst du am besten direkt im Bewerbungsgespräch. Anschließend ist dies für dich jedoch ein Blick in die Glaskugel und hängt vom Unternehmenserfolg und deiner persönlichen Performance im Job ab.

Als Trainee wirst du häufig im Anschluss ans Programm übernommen – vielleicht sogar als Fach- oder Führungskraft oder als Abteilungsleiter. In dich ist in rund zwei Jahre viel Zeit investiert worden und du bringst viel Erfahrung durch die Job-Rotation mit. Hat dein Unternehmen offene Vakanzen, sehen deine Karrierechancen hervorragend aus.

Ist ein Trainee nach einem Master sinnvoll?

In den meisten Unternehmen spielt es keine Rolle, welchen Abschluss du nach dem Studium als Berufsanfänger hast. Nach dem Bachelorabschluss kannst du entweder erst Berufserfahrung sammeln, oder du bildest dich eher akademisch und theoretisch weiter.

Vorteile Trainee

  • Richtige viel lernen durch Praxiserfahrung statt Pseudo-Praxis mithilfe von Praktika
  • Du verdienst endlich erstes, richtiges und gutes Geld
  • Du erhältst eine gute Ausbildung und kannst anschließend noch deinen Master oder MBA machen

Vorteile Master

  • Bewirbst du dich, stehst du oft im Wettbewerb mit vielen anderen guten Berufsanfängern
  • Sich mit einem Master zu bewerben, gibt dir gegen jeden Bachelor einen gewissen Vorteil – fachlich sowie sozial
  • Du kannst noch weitere zwei Jahre das Studentenleben genießen und dich theoretisch im Studium weiterbilden
  • Ein Masterstudium ist die Grundvoraussetzung für eine Promotion
  • Dein Einstiegsgehalt ist höher als das von Bachelorabsolventen

Pro Trainee und Pro Direkteinstieg

Pro Trainee

  • Gute Ausbildung zum Generalisten oder Spezialisten
  • Nationales und internationales Netzwerk aufbauen
  • Karriere als Fach- oder Führungskraft
  • Viel Rotation und dadurch viele wertvolle Eindrücke, die auch abseits des Jobs fortbilden
  • Orientierung, in welchem Bereich du später einsteigen willst

Pro Junior

  • Höheres Gehalt als im Trainee
  • Meistens unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Direkteinstieg als Fachkraft
  • Start in einem festen Team, in das du dich Einleben kannst
  • Bau dir eine gute Reputation im Unternehmen und in Fachabteilungen auf

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