Marcel, stell dich doch erst einmal vor – was macht eigentlich ein Senior Online Marketing Manager bei Exporo in Hamburg?

Ich arbeite seit Juni Online Marketing Manager bei Exporo und beschäftige mich dort hauptsächlich mit klassischem Performance-Marketing. Das heißt, ich kümmere mich um die Suchmaschinen, mache Search Engine Ads (SEA) und BING (obwohl Bing nur einen Marktanteil von 2 % hat, lohnt es sich doch BING nicht ganz zu vernachlässigen!) und kümmere mich um den Social Bereich, also Facebook Ads, LinkedIn und Xing. Display Ads haben wir intern so aufgeteilt, dass ein Kollege diese übernimmt, genauso wie Print-Anzeigen und Kooperationen mit verschiedenen Portalen. Exporo bietet Kleinanlegern die Chance, bereits ab 500 Euro Anlagebetrag an Immobilienprojekten teilzuhaben und dafür Zinsen zu erhalten – man kann bei Exporo also für eine Laufzeit von ein paar Jahren Geld anlegen und bekommt dafür im Vergleich zu den traditionellen Banken einen ziemlich guten Zinssatz. Schon vor Exporo war ich im Onlinemarketing tätig – nämlich knapp zwei Jahre bei Joblift, einer Metasuchmaschine für Stellenausschreibungen in Berlin und Hamburg. Da ich irgendwann aber genug davon hatte, zwei Tage in Berlin und drei Tage in Hamburg zu arbeiten, habe ich mich aus familiären Gründen entschlossen, den Job zu wechseln, um öfter in Hamburg sein zu können.

Hast du Dich bereits im Studium mit Onlinemarketing beschäftigt?

Nein, um ehrlich zu sein überhaupt nicht. Man könnte mich wohl als Quereinsteiger bezeichnen. Ich habe zuerst Chemieingeneurwesen studiert und bin danach an die Northern Business School, gegangen um nach meinem naturwissenschaftlichen bzw. technischen Bachelorstudium einen wirtschaftlichen Master zu absolvieren. Die Northern Business School ist eine Schwesteruni der TU Hamburg-Harburg und hat den Fokus auf Startups und Unternehmertum, was ideal für mich war. Dort bin ich zum ersten Mal mit der wachsenden Startup-Welt in Verbindung gekommen und später über Umwege als „Entrepreneur in Residence“ bei TruVenturo gelandet.

Das ist spannend! Wie kann man sich einen Arbeitstag als Online Marketing Manager bei Exporo vorstellen?

Ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, einmal im Onlinemarketing zu landen, habe aber großen Spaß daran! Mein typischer Arbeitstag als Online Marketing Manager bei Exporo startet in der Regel mit dem Überprüfen von laufenden Kampagnen. Dazu schaue ich bei Facebook, Google und weiteren Portalen nach, wie die Performance gestern war und ob es Ausreißer nach oben bzw. unten gibt. Danach entwickle ich in der Regel diese bereits existierenden Kampagnen weiter. Das heißt, ich erstelle z.B. neue Kombinationen aus Headline, Text und Grafiken oder versuche neue Quellen und Kontakte aufzubauen – immer mit dem Kontext Wachstum. Also „wo könnten wir neue Nutzer finden?“ oder „mit welchen Creatives erreichen wir unsere Zielgruppe am besten“ sind Fragen, die mich beschäftigen. In meinem Arbeitsalltag geht es ständig darum, Dinge auszuprobieren, kleine Fehler zu machen – schauen was funktioniert und was nicht funktioniert um daraus zu lernen und sich auf die Dinge zu konzentrieren die Wachstum bringen. Viel Spaß machen mir auch Crossfunktionale Projekte – zu vielen Themen wie beispielsweiße unsere nächsten Quartalsziele arbeite ich eng mit unserem Vorstand, der Geschäftsführung, dem Marketing und unseren Entwicklern zusammen. Manchmal habe ich auch Zeit für noch spaßigere Themen, wie die Planung einer Party mit 110 Mitarbeitern.

Wie ist das Arbeitsleben in einem Startup?

Die Arbeit als Online Marketing Manager bei Exporo macht Spaß, wir haben ein tolles Büro in bester Hamburger Lage – direkt an der Elbphilharmonie mit großer Dachterrasse. Dort grillen wir im Sommer ab und an oder trinken mal ein Feierabendbier. Generell sind wir ein sehr buntes Team, insgesamt 110 Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Ländern. Im Vergleich zu anderen Startups sind wir jedoch weniger international! Da wir bisher nur im deutschsprachigen Raum aktiv sind, sprechen auch die meisten meiner Kollegen fließend deutsch.  

Welche Fähigkeiten oder Interessen muss man mitbringen um im Onlinemarketing durchstarten zu können?

Im Onlinemarketing sollte man zahlenaffin sein – das ist meiner Meinung nach am wichtigsten im Onlinemarketing. Man sollte dazu in der Lage sein, relativ schnell die Auswirkungen von Veränderungen einzelner Parameter beurteilen zu können. Welche Parameter muss ich ändern um andere Zielwerte zu erreichen? Diese Frage begleitet einen im Onlinemarketing täglich.

Neben einem Verständnis für Zahlen ist Kreativität sehr wichtig! Ständig sind neue Lösungsansätze gefragt, oft wird von „Growth Hacking“ gesprochen um neue Kunden zu gewinnen. Wie sollten Kampagnen konzipiert sein, damit sie die Zielgruppen erreichen und optimal konvertieren? Diese Fragen beantworten sich mit der Zeit aber auch leichter um ehrlich zu sein! Je länger man dabei ist, desto besser kennt man Netzwerke wie Facebook oder Google und dementsprechend hat man coolere Ideen und ein umfangreicheres Verständnis um Potentiale zu erkennen.

Neben freien und kreativen Disziplinen muss man aber auch Gewissenhaftigkeit mitbringen, um Kampagnen zu pflegen, Keyword-Sets zu überprüfen und Ziele zu optimieren. Alles in allem muss man aber Lust darauf haben und eine eigene Motivation mitbringen. Dann kann man auch im Online Marketing alles im Job lernen und sich erfolgreich weiterentwickeln. Meiner Meinung nach braucht man auch nicht unbedingt einen Master-Abschluss. Eine Stelle in einem Startup (oder) als Junior-Marketing Manager eignet sich bestens für den Einstieg im Marketing.

“Vor allem sollte man zahlenaffin sein – das ist meiner Meinung nach am wichtigsten im Onlinemarketing.”

Deine Fähigkeiten im Onlinemarketing setzt du inzwischen auch in deiner Freizeit ein. Mit Freunden hast du den Onlineshop 9Whyksy gegründet. Wie kam es dazu?

Ich liebe es, einen guten Whysky zu trinken. So habe ich mir in den letzten Jahren ein umfangreiches Wissen rund um das Thema und eine umfangreiche Whysky-Sammlung angelegt. Irgendwann wurde mir eine Sache immer mehr bewusst, als ich Whysky und zum Beispiel Gin miteinander verglichen habe: Whysky ist viel komplexer und schwerer im Geschmack, es gibt knapp 2.000 verschiedene Sorten Whysky und nur ein paar hundert verschiedene Gins und zeitgleich gibt es viel weniger Onlineshops, die über Whysky aufklären. Alles was wir damals gefunden haben, waren sehr alte Onlineshops die unserem Anspruch nicht genügt haben – wir haben also unseren eigenen Shop gebaut. Mit 9Whysky bieten wir jetzt (wie der Name schon sagt) insgesamt eine kuratierte Auswahl an 9 Whyskys an: 3 milde, 3 rauchige und 3 exotische Sorten – jeweils in drei verschiedenen Preisklassen. So hoffen wir, dass für jeden etwas dabei ist. Schaut doch einfach mal unter 9Whysky vorbei und lasst uns Euch guten Whysky näher bringen.