Hallo Nikas, danke für das Interview! Du bist Head of Marketing bei CAPinside – stell uns dich doch einmal ganz kurz vor und erkläre uns was CAPinside genau anbietet.

Ich bin seit über zwei Jahren an Board und habe die Gründung CAPinsides von Anfang an eng begleitet. Durch einen Zufall bin ich im Sommer 2016 während eines NDR Drehs bei meinem alten Arbeitgeber Rolls Royce für 20 min. in der Office-Küche eingesperrt gewesen und habe in der Wartezeit ein wenig auf Facebook herumgestöbert. Dort bin ich über eine Stelle gestolpert die ich mir für einen Kumpel, den ich aus Oldenburg nach Hamburg locken wollte, gut vorstellen konnte. Kurzum habe ich nach ein zwei Eckdaten gefragt und kam mit dem Gründer Achim sofort ins Gespräch. Wir haben uns ein paar Tage später zum Lunch verabredet, daraus wurde ein drei Stunden Date. Kurz darauf habe ich gekündigt und bei ihm angefangen. Allerdings in einer anderen als der offerierten Position.

Was machen wir genau? CAPinside schafft Ordnung im Geldanlage-Dschungel. Und das sowohl für Profis als auch für Neueinsteiger. Wir vergleichen mehr als 40.000 Investmentfonds, bieten unseren Usern kostenlose Portfolioanalysen gepaart mit den relevantesten News aus der Branche, alles gesteuert durch unsere eigene KI. Dadurch ermöglichen wir als digitaler Anlageassistent heute schon über 150.000 Usern ihre Investmententscheidungen eigenständig treffen zu können. Außerdem betreiben wir einen Vergleichsrechner á la Skyscanner nur eben für Fonds, damit sind wir auf dem Gebiet First Mover. Der O-Ton zum Thema Finanzen in meinem Freundeskreis ist ein negativer. Es fehlt an Wissen, Vertrauen und Kontakten. Das ändern wir! Das Thema ist eigentlich sehr sexy, darum geben wir dem Anleger seine Mündigkeit zurück.

Welche Aufgaben hast du als Head of Marketing bei CAPinside und wie sieht ein typischer Tag in deinem Arbeitsleben aus?  

In meiner Position als Head of Marketing verantworte ich auf der einen Seite in enger Abstimmung mit unserem CEO unsere strategische Vorgehensweisen in allen Themen die sich um die Marke CAPinside drehen, auf der anderen Seite bieten wir unseren Kunden Marketinglösungen an, die wir im CAPinside Kosmos produzieren/ausspielen/abbilden, dazu zählt auch unsere Eventreihe HVT („Hinter verschlossenen Türen“). Zu unseren Kunden zählen Branchengrößen wie die Commerzbank, aber auch kleine Investmentboutiquen wie Strongbox Capital aus Zürich oder Fintechs wie Scalable Capital um mal ein paar Namen zu nennen.

Wenn ich nicht gerade bei meinem Team im Office bin, dann habe ich Termine mit unseren Dienstleistern, Kunden oder bin auf einem unserer Events unterwegs. Wir drehen zum Beispiel in regelmäßigen Abständen Video Contents mit unseren Kunden. Dazu war ich gerade am Montag mit unserem Filmteam bei zwei Kunden in Zürich. Morgens um 7 hin und abends um 20 Uhr wieder zurück. In der Vorwoche dasselbe Spiel in Frankfurt, dort haben wir u.a. auf dem Handelsparkett der Commerzbank gedreht. Das ist schon sehr spannend und man kommt durch die Drehs an spannende Orte und nicht selten auch dorthin, wo sonst niemandem Einblick gewährt wird. Außerdem erweitere ich mein Netzwerk und der Kunde ist happy auch mal jemanden aus dem Marketing kennenzulernen, denn das Gesicht der meisten Firmen wird durch den Vertrieb repräsentiert. Mit dem arbeiten wir im Marketing aber auch sehr eng zusammen, denn das Marketing arbeitet ja in der Regel dem Vertrieb zu. 

 

Gerade im Marketing gibt es eine Vielzahl von Berufen und mit den neuen Plattformen entstehen ständig neue Themenfelder – welche Tipps würdest du Studenten geben, die sich für das Thema Marketing interessieren?

Wer sich meine Vita anguckt, bemerkt schnell, dass ich selten länger als ein Jahr in einem Unternehmen gehalten werden konnte. Ich bin sehr umtriebig, kenne viele Menschen, tanze meistens auf mehreren Hochzeiten und besuche viele Events. Ich war in den Bereichen Fashion, Automotive und FMCG bevor ich in der Finanzwelt gelandet bin. Das hätte ich mir niemals vorstellen können hätte mich vor 5 Jahren mal jemand gefragt.

Durch ein paar Praktika hätte ich den Weg vermutlich abkürzen können. Daher rate ich meinen Nichten und anderen die es hören wollen dazu in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern. Es müssen auch nicht immer gleich ein 3 oder mehrmonatiges Praktikum sein. Wieso nicht auch mal Projektbasiert für 3 oder 4 Wochen, quasi als Assistenz? Am aller wichtigsten ist aber eins: Ein richtiger Werkstudenten Job in einem Unternehmen, mit dem ich mich identifizieren kann, ist als Student das A und O. Ich kann nicht verstehen wie manche nebenbei im Kino oder der Gastro versacken und nach dem Studium planlos in Jobs starten.

Ich persönlich habe vor meinem Studium eine 3-jährige Ausbildung gemacht und hatte dadurch den Vorteil schon als Student eine vollwertige Stelle zu haben, was einige Vorteile mit sich bringt. Man wird schneller erwachsen als man gucken kann, hat in der Regel mehr Geld zur Verfügung als der Kollege, der im Kino jobbt und rein karriere-technisch beginnt mit dem Moment dein „Trackrecord“ was Berufserfahrung und Marktwert angeht.

Zwischenzeitlich warst du selbstständig, und als Artdirector warst du auch schon unterwegs: Wodurch unterscheidet sich deine Aufgabe als Head of Marketing bei CAPinside von deinen bisherigen Stationen am meisten?

Da gibt es gar nicht so viele Unterschiede. Einen Job habe ich durch meine unternehmerischen Ambitionen verloren, weil mein Chef wollte das ich 100% Fokus auf meinen Hauptjob richte, als er Wind davon bekam das ich mich nebenbei in anderen Projekten verwirkliche. Alle Jobs danach habe ich genau wegen meines Mindsets bekommen. Meine aktuellen Chefs z.B. binden mich gerade deswegen in viele Entscheidungsprozesse mit ein.

Als Selbstständiger hast du natürlich ein anderes Maß an Verantwortung gerade, wenn deine Unternehmung noch klein ist und du an jedes Detail selbst denken musst. Eine Station meiner Karriere war auch in einem traditionellen Familienunternehmen, da läuft vieles nochmal ganz anders ab als in einem Startup mit flachen Hierarchien und pragmatischer, agiler Arbeitsweise. Dort sind die Entscheidungswege länger, die Budgets anders verteilt und die Hierarchien historisch gewachsen. Mir gefällt es wie es aktuell ist mit Abstand am besten. Ich liefere immer ab, egal ob 3 Uhr nachts oder 14:33 an einem Feiertag. Daher arbeite ich weitestgehend autark und habe kein klassisches Arbeitszeitenkorsett, was nicht heißt, dass ich nicht i.d.R. von 9 bis 18 Uhr im Office bin.

Oft heißt es, dass es im Marketing eher ein Überangebot an Bewerbern gibt für eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Jobs – worin liegt für dich der Reiz am Marketing, wieso sollte man sich dennoch unbedingt trauen im Marketing durchzustarten?

Wir haben tolle und namenhafte Investoren an Board, unser CEO war vorher Deutschlandchef von Tesla. Schaut euch die Unternehmen genau an, wer steckt dahinter, was ist die Vision und was sind die Ziele? Wollt ihr mit den Menschen zusammenarbeiten? Ich habe nicht eine Bewerbung geschrieben, durch mein Netzwerk und über Freunde bin ich immer auf anderen Wegen an Stellen gekommen. Jeder sucht sich seine Zukunft schließlich selbst aus, daher habe ich mich immer intensiv mit den Unternehmen beschäftigt und war dadurch lediglich mit wenigen im Gespräch und hätte niemals die Anstrengung gemacht 40 oder mehr Bewerbungen zu schreiben. Das muss man nur wenn man nach der Uni direkt zu Unilever oder einem anderen Konzern möchte. Das habe ich für mich zu jeder Zeit ausgeschlossen. Bei Rolls-Royce bin ich über einen Head Hunter gelandet, beworben hätte ich mich dort aus eigener Motivation sicherlich nie.

Ein Überangebot an Bewerbern? Das wäre schön, wir suchen aktuell Verstärkung in allen Disziplinen und begrüßen z.B. bei mir im Team zum Januar eine neue, sehr smarte Arbeitskollegin. Falls unter den Lesern Interessenten sind, die Lust haben die Finanzwelt zu revolutionieren und in der Frühphase unserer Unternehmung mitzumischen, gerne bei mir melden. Am 13.12. haben wir ein ziemlich cooles Event (16-21 Uhr) in einer alten Lagerhalle im Hamburger Oberhafen, bei Interesse an unserem Thema lade ich gerne 5 Leser ein bei dem Event dabei zu sein – einfach bei LinkedIn schreiben.

 

Wie stellst du sicher, dass du immer weiter dazu lernst? Gibt es bei CAPinside Vorbilder, die dich im Marketing voranbringen oder hast du gewisse Websites, Blogs oder Youtube-Channels durch die du dich weiterbildest?

 Wie eingangs erwähnt, besuche ich viele Events. Sowohl kleine als auch große. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Marketing Events drehen, die besuche ich in der Regel auch eh nicht so gerne. Galerieeröffnungen, PR Events, Lesungen, Eröffnungen und Prämieren sind eher meins. Dort lernt man viele spannende Leute kennen und sitzt plötzlich mit dem Anwalt der ECE Gruppe beim Bier an der Hotelbar, oder schnackt mit Sky du Mont über Human Brands. Das ist dann für mich 100 x wertvoller als eine der unüberschaubar vielen Marketingkonferenzen zu besuchen. Bei den wichtigen Events von Google, Facebook oder OMR sind wir logischerweise dabei.

 Ich höre viele Podcasts, allerdings auch hier weniger die typischen Marketing Ratgeber. Meine besten Ideen kommen mir beim Hören von:

  • „Hintergrund – Deutschlandfunk“
  • „Hart aber fair – WDR“
  • „Was jetzt? – Zeit online“
  • „GEOaudio – GEO.de“

Gaaaanz selten höre ich mal in „Alle Wege führen nach Ruhm – Joko und Paul“ aber ich mag die beiden nicht wirklich und bin eher thematisch dran interessiert. Außerdem höre ich viele Podcasts eher zufällig und stöbere einfach herum. Auf YouTube gibt’s bei mir unter anderem die „fullychargedshow“ wo sich alles um Elektromobilität dreht, was mich sehr interessiert. Ansonsten lasse ich mich viel treiben und lande mal hier mal dort und schaue in der Regel Dokus oder Serien wie alle anderen auch 4Blocks, Billions und co.