Es muss kein Start-up Job in Berlin sein, auch in Hamburg, München, Köln und anderen deutschen Städten sind inzwischen spannende Start-ups beheimatet und machen Konzernen starke Konkurrenz, wenn es um das Gewinnen von Berufseinsteigern geht. Jede Stellenbeschreibung enthält fancy Titel wie „Junior Process Manager“ oder „Senior Performance Marketing Manager“, doch welche Option ist für dich die bessere? Die Sicherheit eines großen Konzernes? Viel lernen und Verantwortung in einer jungen Firma übernehmen? Oder willst du am liebsten direkt international arbeiten? Wir machen Schluss mit Vorurteilen und zeigen dir, was für Auswirkungen die Arbeit in einem Start-up auf deine Karriere haben kann!

Was ist eigentlich ein Startup?

Wenn du an ein Start-up denkst, welches Bild hast du vor Augen? Drei Jungs in Berlin, Pizzakartons, alle vor ihren Bildschirmen am Programmieren und jeder trinkt Red-Bull? Oder an eine hippe Dachterrasse, mit bestem Blick über die Stadt auf der Hipster mit ihren Macbooks sitzen und Kaffee trinken? Wahrscheinlich gibt es beide Beispiele im echten Leben, aber wir sind inzwischen im Jahr 2018 angekommen! Es gibt Start-ups mit vielen Mitarbeitern, Start-ups mit wenigen Mitarbeitern genauso wie solche, die schon Umsatz machen. Es gibt aber auch Start-Ups, die darum bangen müssen, die nächsten zwei Monate zu überleben. Es gibt bekannte Start-Ups, die in den Medien gehyped werden und Start-ups die komplett unbekannt sind. Wahrscheinlich hast du es verstanden. Auch Startups sind nicht über einen Kamm zu scheren. Es macht einen sehr großen Unterschied, ob 5 oder 60 Mitarbeiter beschäftigt sind. Für diesen Artikel definieren wir den Begriff wie folgt: Es handelt sich um kleine Firmen, die mit großer Wachstumsgeschwindigkeit, andere Ansätze für existierende Probleme gefunden haben (oder glauben eine Lösung gefunden zu haben).

Worin unterscheidet sich die Arbeit in einem Startup zu der in einem Konzern?

Deine Aufgaben werden schneller wechseln

Einer der größten Unterschiede zwischen der Arbeit in einem Start-Up und der in einem Konzern ist die Geschwindigkeit, mit der deine Aufgaben wechseln. In großen Unternehmen wirst du vielleicht eine oder wenige sehr ähnliche Aufgaben machen, bis die Person über dir in der Hierarchie entweder aufsteigt, oder in Rente geht. Bei einem Start-Up dagegen können sich die Aufgaben mehrmals in einem Jahr komplett ändern. Vielleicht machst du irgendwann auch komplett andere Sachen und gar nicht mehr das, wofür du eigentlich eingestellt wurdest. Daher kommt aber auch die steile Lernkurve in Start-Ups über die so oft gesprochen wird. Durch ständige Aufgabenwechsel bist du gezwungen, in kurzer Zeit sehr viel Neues zu lernen.

Auch die Art deiner Tätigkeiten kann sich schnell ändern, je nachdem was für deine Firma gerade im Vordergrund steht. Je nachdem ob gerade ein neues Feature gelaunched wird, die Website überarbeitet werden muss oder ein großer Kunde unterschrieben hat, im Start-Up wird ständig experimentiert. Wichtig ist es viele Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und im Anschluss daraus zu lernen. An solchen Prozessen wirst auch du lernen und dir ein sehr breites Wissen antrainieren.

Natürlich ist hier auch die Größe von Start-Ups entscheidend! Wenn ihr nur fünf Leute seid, bleibt zwangsläufig alles an dir hängen, während in einem Start-Up mit 50 Mitarbeitern bereits ausgereiftere Strukturen vorhanden sein sollten. Generell formuliert: je weniger Leute in deinem Start-Up arbeiten, desto eher musst du selbst für Probleme einspringen und Lösungen finden.

Probleme musst du alleine lösen

In einem Konzern hast du in der Regel immer einen Vorgesetzten, an den du dich wenden kannst, wenn du Fragen hast. Oft gibt es für jedes Problem genau eine Person, die dafür zuständig ist, und an genau die soltest du dich wenden. Bei Start-Ups wird oft genau das Gegenteil gelebt: Da generell immer zu wenig Ressourcen verfügbar sind ist jeder froh, wenn du das Problem eigenständig löst. Du musst googlen, dich evtl. durchfragen oder andere kreative Lösungsansätze finden. Jedes Problem ist im Start-Up eine Chance, mit der du dich beweisen und dazulernen kannst.

Du wirst Raum für Experimente haben

Eigenständig Probleme identifizieren und lösen hat einen großen Vorteil: Du kannst experimentieren und in anderen Bereichen einspringen. Auch wenn du zu Beginn für das Marketing eingestellt wurdest, kannst du auch in anderen Bereichen einspringen, wenn dein Input gebraucht wird (wichtig ist dabei nur, dass du deine eigenen Aufgaben nicht vernachlässigst).

Eigene Freiheiten in Start-Ups

In großen Firmen ist es oft so, dass Manager oder Vorgesetzte oft sehr genau darauf schauen was du machst. Es werden klare Erwartungshaltungen definiert, bis ins kleinste Detail vorher bestimmt was zur Zielerreichung gemacht werden muss und es wird sehr viel Zeit dafür aufgebracht dir zu zeigen, wie du deinen Job zu erledigen hast.

In Start-Ups ist das anders! Dort ist es oft der Fall, dass dein Chef seine eigenen Projekte vorantreiben muss und dir nicht ständig zur Seite stehen kann. Das gibt dir auf der einen Seite sehr viele Freiheiten, auf der anderen Seite kann es aber auch sehr herausfordernd sein und Disziplin erfordern, eigenständig Deadlines zu setzen und Strukturen aufzustellen.

Wie beeinflusst die Arbeit in einem Startup deine Karriere?

Durch die rasante Geschwindigkeit in solchen Jobs lernst du viele Dinge, die sich auch auf andere Unternehmen übertragen lassen. Wenn du jemand bist, der ein Produkt erschaffen und es verkaufen kann, wirst du fast überall einen Job finden und deine Fähigkeiten auch in anderen Branchen zeigen können. Vor allem, weil du im Start-Up jeden Tag kross-funktional mit anderen Bereichen zu tun hast, entwickelst du ein gutes Verständnis davon, wie Geschäftsmodelle funktionieren. Da es in jedem Unternehmen darum geht, tolle Produkte zu erschaffen und diese zu verkaufen, wirst du dich somit auch in einer anderen Umgebung sehr schnell einleben können.

Und wofür soll ich mich jetzt entscheiden?

Dabei kommt es ganz auf deinen Charakter an und darauf, was du willst. Gerade zu Beginn deiner Karriere hast du in Start-Ups oft die Möglichkeit viel zu sehen und auszuprobieren. Wenn du dir noch nicht sicher bist was du möchtest, kann das ein großer Vorteil für dich sein. Klar, oftmals geht diese Freiheit auch mit längeren Arbeitszeiten oder einer geringeren Bezahlung einher, dafür hast du eine steile Lernkurve und die Möglichkeit dich auszuprobieren und auch Fehler zu machen. In großen Unternehmen ist das anders, dort wirst du oft für eine spezifische Aufgabe ausgebildet und eher zum Fachexperten als zum Generalisten. Wenn du dir schon sehr sicher bist, wohin du dich in Bezug auf deinen beruflichen Werdegang entwickeln willst, kann das sehr spannend für dich sein. Ein guter Kompromiss kann dabei ein Traineeprogramm darstellen, mit dem du auch innerhalb eines Konzerns viele verschiedene Abteilungen kennenlernen kannst. Den Unterschied zwischen einem Traineeprogramm und einem Direkteinstieg erklären wir hier.

Falls du dir immer noch nicht sicher bist, was besser zu dir passt, ist das nicht schlimm! Wende dich gerne persönlich über unser Kontaktformular an uns mit deinem Lebenslauf und lass uns gerne gemeinsam darüber diskutieren, was in deinem individuellen Fall für ein Start-Up oder für einen Konzern spricht.