Als Absolvent eines Ingenieursstudiums stellt sich früher oder später die Frage: Wie hoch ist mein Einstiegsgehalt in welcher Branche. Das Jahresgehalt hängt dabei häufig von der Unternehmensgröße und deiner Berufserfahrung ab. Dabei sind Ingenieure nach wie vor Spitzenverdiener und das Jobprofil gilt weiterhin als einer der lukrativsten in Deutschland. Nach einem kurzen Einblick, wie viel Gehalt dich eigentlich glücklich macht, erfährst du in diesem Artikel, was eigentlich Ingenieure verdienen.

Wie viel verdiene ich als Ingenieur?

Wie viel Gehalt macht uns glücklich?

Diese Frage wollen wir vorab klären. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass neben dem Gehalt auch die Work-Life-Balance, also das Verhältnis der Arbeit und zu deinem Privatleben eine entscheidende Rolle spielt. Viele Menschen arbeiten lieber 40 Stunden pro Woche für etwas weniger Gehalt, als Menschen mit 60 Stunden für deutlich mehr Gehalt. Häufig ist das Arbeitsumfeld deutlich wichtiger als das reine Gehalt. Aber wie viel Geld macht denn nun glücklich? Hier gibt es Studien zufolge ziemlich genaue Zahlen. Alle Gehaltserhöhungen bis 60.000 Euro sorgen für einen wahren Freudensprung. Hast du die 60.000 Euro einmal überschritten, freust du dich kaum noch über Gehaltserhöhungen nach Gehaltsverhandlungen. Woran das liegt? An dem sogenannten abnehmenden Grenznutzen. Bedeutet stark vereinfacht: In der Regel musst du für jeden Euro auch irgendwas mehr bei der Arbeit machen und dafür Freizeit aufgeben. Ab einem bestimmten Gehalt bist du hierfür immer weniger bereit, weil du bereits gut verdienst aber kaum noch Freizeit hast. Soweit so gut, aber was bringt dir das nun? Sieh es doch ganz einfach so: Du startest vielleicht nicht mit deinem Traumgehalt, aber jede Gehaltssteigerung macht dich deutlich glücklicher, als es bei besser betuchten Arbeitnehmern der Fall ist. Als Ingenieur ist dein Einstiegsgehalt bereits ganz ordentlich, aber nach einigen Jahren Berufserfahrung sind 60.000 Euro schnell erreicht.

Wie läuft das Studium ab?

Um als Ingenieur tätig zu werden und einige Euro abzusahnen, musst du ein Studium in Ingenieurwesen oder Ingenieurwissenschaften erfolgreich absolvieren. Du studierst drei Jahre an einer Fachhochschule oder einer Universität für deinen Bachelorabschluss. Zwei weitere Jahre benötigst du für dein Masterstudium. Nach insgesamt fünf Studienjahren bist du dann perfekt vorbereitet für deinen Berufseinstieg. Aber auch nach deinem Bachelorstudium kannst du in vielen Unternehmen einsteigen. Besonders im Ingenieurwesen ist praktische Erfahrung ein wahrer Pluspunkt oder gar eine Grundvoraussetzung. Eine vorhergehende technische Ausbildung zum Mechatroniker, um später im Fahrzeugbau oder in der Fahrzeugtechnik tätig zu werden, oder als Elektriker um später in der Elektrotechnik durchzustarten, ist ideal. Solltest du direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen haben, ist es empfehlenswert viele verschiedene Praktika zu absolvieren. Ingenieure und damit auch Praktikumsstellen werden nahezu überall genötigt, ob in der Pharmaindustrie, in Planungsbüros, im Bauwesen oder im Fahrzeugbau. Deine Aussichten sind nahezu unbegrenzt. So sammelst du Berufserfahrung, was sich positiv in deinem Gehalt widerspiegelt.

Welche Kernkompetenzen sind gefragt?

Als Ingenieur solltest du analytisch vorgehen, strategische Fragestellungen bearbeiten und beantworten sowie dich in technische Sachverhalte hineinversetzen können. Teams sind häufig international aufgestellt, weshalb interkulturelle Kompetenz ein Bestandteil im Studium sein sollte. Deine innovativen Ideen musst du Führungskräften verkaufen, daher ist Kommunikationsstärke eine Grundvoraussetzung. Bringst du alle Kompetenzen mit, sind deine Aussichten auf ein hohes Einstiegsgehalt perfekt.

Tarifvertrag und Arbeitszeiten

Häufig werden Ingenieure nach dem Tarifvertrag der IG Metall bezahlt. Dein Einstiegsgehalt liegt, unabhängig der Branche und Unternehmensgröße, bei rund 45.000 Euro. Es gibt dabei deutliche Unterschiede zwischen einem Bachelorabschluss und einem Masterabschluss. Verdienst du als Ingenieur im Bauwesen mit einem Bachelor knapp 40.000 Euro, sind als Masterabsolvent 42.000 Euro für dich drin. In der Elektrotechnik ist der Unterschied noch deutlicher. Mit Bachelor liegst du bei ca. 45.000 Euro, wobei du als Master bei 51.000 liegst. Nach wenigen Jahren Berufserfahrung steigt dein Gehalt deutlich. Im Bauwesen sind nach 4 Jahren etwa 50.000 Euro drin und nach 7-11 Jahren ungefähr 52.000 Euro. Große Anstiege kommen mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung. Im Bauwesen sind es dann schnell 67.000 Euro, in der Elektrotechnik 82.000 Euro und in der Fahrzeugtechnik gar 86.000 Euro. Deine Verdienstmöglichkeiten sind somit als Einsteiger sehr gut, nach einigen Jahren Berufserfahrung dagegen herausragend gut.

Im Ingenieurwesen sind deine Arbeitszeiten sehr unterschiedlich. Als Bauingenieur arbeitest du häufig deutlich mehr als 40 Stunden pro Woche. In der Metall- und Elektroindustrie liegt dagegen die wöchentliche Arbeitszeit der IG Metall bei nur 35 Stunden. Rechnet man dein Gehalt auf 35 Stunden pro Woche um, werden einige Kommilitonen blass vor Neid.

Gehalt als Ingenieur

Sonderzahlungen neben dem Gehalt

Fast die Hälfte der Ingenieure in Deutschland erhält Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Auch bezuschussen viele Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge, geben Rabatte auch Produkte, wie Autos, Küchengeräte usw. und bezuschussen die öffentlichen Verkehrsmittel. Besonders in Deutschland haben Ingenieure einen sehr guten Ruf, den die Unternehmen auch pflegen. Du arbeitest also später in einem Bereich mit guten Gehaltsaussichten und guten Leistungen neben dem reinen Gehalt.

Aufstiegsmöglichkeiten

Wie in so vielen Jobs, kannst du durch Fortbildungen aufsteigen. Aber auch erfolgreiche Projekte lassen dich die Karriereleiter hochklettern. Als Teamleiter liegst du mit dem Gehalt schnell jenseits der 70.000 Euro und als Manager sehr schnell deutlich über 85.000 Euro. Die Aufstiegschancen stehen somit sehr gut.

Gehaltsverhandlung

Gehaltsverhandlungen sind immer einfacher zu führen, wenn man entsprechende Berufserfahrung mitbringt. Hast du zum Start bereits Praktika absolviert und bist technisch versiert, kann dies in den Gehaltsverhandlungen positiv gewertet werden. Und auch wenn du schon einige Jahre im Job tätig bist und dich bewiesen hast, solltest du dich um eine Gehaltserhöhung bemühen. Hast du Schulungen und Fortbildungen besucht, leitest eine Gruppe oder übernimmst administrative Aufgaben, sind dies gute Voraussetzungen für deine Verhandlungen. Ausführliche Informationen zur Gehaltverhandlung erhältst du in unserem Artikel.